Historie Musikzug

Ergänzungen zu der Historie werden derzeit erarbeitet. Wir bitten um Geduld! 

Diese Aufzeichnungen wurde aus vielen Artikeln der Spielmannszugzeitschrift

„Der Spielmann“ entnommen. Kursiv, in eckigen Klammern geschriebenes sind Anmerkungen von Werner Neumann, der die Texte übertragen hat.


Von Ehrenstabführer Felix Hartmann sen. [Omme Felix]

An und für sich ist es bekannt, daß unser Spielmannszug auf eine alte Tradition zurückblicken kann. Als Gründungsjahr der Abteilung wird  das Jahr 1907 angenommen.
Man nimmt dieses Jahr an, weil auf einem alten Tambourstab eine silberne Gravur ist: „Gestiftet von den Festjungfrauen 1907". Es wird angenommen, daß bei einem Fest der Spielmannszug aufgetreten ist und ein Geschenk von den Festjungfrauen erhalten hat. Näheres konnte nicht ermittelt werden. Es ist anzunehmen, daß der Spielmannszug schon gleich nach der Gründung des Turnvereins 1904 seinen Übungsbetrieb aufgenommen hat. Es war damals weit schwieriger als heute einen Spielmannszug aufzubauen.
In der damaligen zeit wurde nicht nach Noten geübt. Die Leitung des Spielmannszugs hatte unser alter Turnbruder Bernhard Zingraf [heute Schulstraße 69A] übernommen. Der ja den älteren Spielleuten noch in guter Erinnerung ist [1969].

Dieser Abteilung gehörten damals schon u.a. auch Franz Müller (Glosener Fronz) und Georg Lewalter [Nikelose Schorsch] an, die ja nicht mehr unter uns sind. Durch den 1. Weltkrieg (1914 - 1918) ruhte zwangsläufig der Übungs- und Spielbetrieb. Nach dem Kriege wurde unter Leitung von Bernhard Zingraf der Übungsbetrieb wieder aufgenommen. In den späteren Jahren kamen weitere Spielleute hinzu.   Es waren dies folgende Turner, wie sie uns noch in Erinnerung sind [1969].   Norbert Zingraf [Bäcker Joseps Norbert] , Peter Wagner, [Schmidts Peter], Franz Bender, Willi Schuber (Ehrenstabführer), Josef Hartmann [Maase Josep], Josef Schuber [Biene Josep]
In den Jahren 1930 und später: Hubert Dannewitz, Herbert Müller, Willi Meuth [Baumaster Petersch Willi]Walter Schuber (gef.), Hubert Meuth, Jean Müller (gef.),Josef Becker [Bott Josep], Heinz Thies (gef.), Valentin Reuter,Walter Meffert [Mobbi], Valentin Stillger, ? Reichmann.

Die Machtübernahme durch Adolf Hitler ging nicht spurlos an unserem Verein vorbei. Die Ortsvereine wurden „gleichgeschaltet“ und die Tätigkeit des Spielmannszugs als Turnerspielmannszug war so ziemlich vorbei. Den älteren Spielleuten blieb keine andere Wahl, als dem „Motorsturm“ beizutreten und mit Camberg einen spielstarken Zug zu bilden. Und wer keine Lust mehr auf [diese Art] Musik hatte, hat dann eben aufgehört. Die jugendlichen Spielleute wurden in das „Jungvolk“ übernommen und bildeten einen Spielmannszug für sich. Die Ausbildung erfolgte nach wie vor in der Gastwirtschaft von Bernhard Zingraf [heute Vincenzo, Schulstraße 73], welche heute im Besitz von Hubert Müller [genannt Wertshubert, verstorben] ist. Später übten die jungen Spielleute in der Gastwirtschaft „Zum Löwen“ [heute Pizzeria Bacco an der B8]. Die älteren Spielleute mußten nach Camberg, wo Musiklehrer Metzger die musikalische Ausbildung vornahm.

Es muß auch gesagt werden, daß die damalige Ausbildung in einer strafferen Form durchgeführt wurde. Es herrschte Ordnung und Disziplin. Bernhard Zingraf scheute sich auch nicht, öfter von seiner Hand gebrauch zu machen. Die älteren Spielleute werden sich noch daran erinnern [1969]. Trotzdem war die Kameradschaft großartig. Es wurden öfters Ausmärsche gemacht, welche meistens in Walsdorf im Gasthaus „Stubig“ endeten.

Der 2. Weltkrieg (1939 - 1945) warf seine Schatten voraus. Durch Einberufung zur Wehrmacht litt auch der Übungsbetrieb, bis er bei Ausbruch des Krieges gänzlich zum Erliegen kam. Viele unserer Kameraden kamen aus dem Kriege nicht mehr nach Hause. Andere wurden verwundet und erlitten Körperschäden. Auch unser alter Stabführer Bernhard Zingraf starb währen des Krieges und deshalb konnten wir ihm bei seiner Beerdigung nicht die Ehre erweisen, die er sich durch seine großen Leistungen verdient hatte.


Nach den Kriegsjahren, bis 1952, ruhte der Übungsbetrieb des Spielmannszugs, weil keiner da war, der die noch verbliebenen „alten“ Spielleute für den Aufbau eines Zuges begeisterte. Als das 50-jährige Bestehen des Turnvereins näher rückte, und die Planung für dieses Fest begann, gelang es ein paar „alte Hasen“ wie Franz Müller, Willi Meuth und Josef Becker (es waren noch mehr, die ich namentlich nicht mehr nennen kann), eine Zusammenkunft der alten Spielleute und Interessenten zu arrangieren. Es wurde beschlossen, den Übungsbetrieb mit den noch vorhandenen alten Trommeln und Querflöten [Spielmannspfeifen in B-Stimmung] wieder aufzunehmen.

In der Glaserwerkstatt von Franz Müller [heute stillgelegte Schreinerwerkstatt von Heribert Müller, Schulstraße 81] wurde fleißig geübt, mit dem Ziel im Jubiläumsjahr 1954 aufzutreten. Mir [Felix Hartmann sen.] wurde damals angeboten, den Spielmannszug zu übernehmen, was ich gerne tat. In erster Linie wurden alte Märsche, wie z.B. „Preußens Gloria“ oder „Das Lieben bringt groß‘ Freud“, (diese Märsche wurden später sehr oft mit Blaskapellen zusammen gespielt) wiederholt. Es kostete viel Arbeit und Schweiß, bis unsere Gruppe einigermaßen musikalisch bestehen konnte. Wenn man bedenkt, daß die alten, ausgetrockneten Holzflöten schon Jahre alt waren [und nicht gespielt wurden], so war es eine Leistung, ihnen die vorgeschriebenen Töne zu entlocken.
 

Als Stamm standen bei unserem Jubiläumsfest 1954 folgende Spielleute in den Reihen unseres Spielmannszugs:
Trommler:Willi Meuth, Eberhard Becker, Herbert Müller, Karl Kolb, Rudi Wagner,Rudolf Eichhorn [Asser Rudolf], Helmut Eichhorn, Rudolf Lewalter [Bastions Rudolf], Karlheinz Hassler,
Werner Hartmann [Maase Werner]
Schlagzeug:Heinz Eichhorn [Busser Heunz]
Flötisten:Willi Schuber, Paul Boche, Günter Becker [Pulscher Ginder], Heribert Müller [Glosener Heribert], Bruno Schuber, Heribert Lewalter [Bastons Heribert], Edmund Becker, Alfred Priebe, Hermann Kohlhof, Rudi Löw, Edmund Hassler [Edi], Günter Krohmann, Walter Dannewitz, Leopold Hassler, Heinz Josef Müller [Wiernzer] 

Von den 27 Spielleuten im Jahr 1954 gehören heute [1969] noch 9 Spielleute unserem Zug an. Diesen 9 Spielleuten muß bescheinigt werden, daß sie in den verflossenen Jahren einen Idealismus und eine Treue zur guten Sache gezeigt und dadurch an dem Fortbestehen unseres Zuges in hohem Maße Anteil haben.
Der erste öffentliche Auftritt unserer „Knüppelmusik“ war nicht in Würges, sondern bei unserem befreundeten Turnverein in Bermbach.
Wir marschierten noch in dunkler Kleidung im Festzug. Mancher denkt noch heute [1969] an diese schöne Stunden in echter Kameradschaft zurück.
 Unser Fest in Würges rückte immer näher und zusätzliche Übungsstunden mußten abgehalten werden [es wurde noch nicht nach Noten gespielt]. Beim Festkommers  stellte sich der Spielmannszug als Abteilung des Turnvereins vor und seine Leistungen wurden mit großem Beifall bedacht.Im Februar 1955 wurden unsere weißen Uniformen beschafft und dafür von unseren Spielleuten selbst 1300,-DM investiert.
 

Beim großen Karnevalumzug in Camberg erregte unser Zug durch seine Leistungen und die einheitlichen Uniformen großes Aufsehen. Die einzelnen Einsätze im Jahr 1955 will ich nicht aufzählen.
 

Zu bemerken wäre noch, daß weitere Aufnahmen in unseren Spielmannszug erfolgten, und zwar:Ottomar Müller [Audo Miller], Paul Munsch, Oskar Krenik, Josef Becker, Arnold Schmerr und Hans Nowak.


Im Jahr 1958 betrug die Spielstärke unseres Zuges 39 Aktive.Wir wirkten bei der großen Fastnacht in Camberg mit und ernteten viel Beifall. Mir wurde für diese Leistung der „Prinzliche Hausorden“ verliehen.

Am 1. und 2. März besuchten Günter Becker [Pullscher Ginder] und ich den Landeslehrgang der „hessischen Turnerspielleute“ in Hanau. Es war das erste mal, dass Würgeser Spielleute an einen solchen Lehrgang teilgenommen haben. Diese Lehrgänge sind sehr wichtig und die Teilname an einem solchen Lehrgang kann nur empfohlen werden.

Am 10. 5. 1958 veranstaltete der Spielmannszug Dauborn einen Musikabend. Die vielen Spielleute, auch von Würges, sind voll auf ihre Kosten gekommen, denn die Dauborner spielten Märsche und Potpourris in gekonnter Weise, wie man es von ihnen gewohnt ist.

Am 16. 6. 1958 waren wir bei der Kyffhäuser Kameradschaft Langenbach /Oberlahn zu Gast. Dieses Fest wird vielen noch in Erinnerung sein, besonders die Langenbacher Festdamen hatten es unseren ledigen Spielleuten angetan und der Stabführer bekam als Ausgleich eine Kanne Bohnenkaffee über die Uniformhose.

Schon 14 Tage später sind wir wieder im Großeinsatz. Jubiläumsfest (75 Jahre) der Kyffhäuser Kameradschaft Würges. Das umfassende Festprogramm begann mit dem Festzug vom Vereinslokal unter Vorantritt des Spielmannszuges. Im Festzelt hatten wir noch zwei Auftritte zu bestehen. Am Sonntag Platzkonzert mit der Bundesbahnkapelle Limburg/Lahn, dann Festzug.

Der Höhepunkt im Jahre 1958 war das „Deutsche Turnfest“ in München. Von unserem Spielmannszug fuhr nur ein Teil mit nach München. Wir bildeten zusammen mit den Spielleuten aus Dauborn einen spielfähigen Zug. Und ich glaube, daß wir spielerisch gut in Form waren. 
Von unserem Zug waren in München:Ottomar Müller, Heribert Müller, Heribert Lewalter, Dieter Simon, Hans Ochs, Günter Becker, Bruno Schuber, Werner Hartmann, Felix Hartmann und Rudi Wagner [Rudi hat sich mit seiner Großen Trommel in eine überfüllte Straßenbahn gedrängt. Und zwar dergestalt, mit der großen Trommel vor der Brust rückwärts in die Straßenbahn, so dass die Tür nicht zugemacht werden konnte, weil die Trommel die Tür blockierte. Erst als der Schaffner lauthals die anderen Fahrgäste dahin brachte, daß für die „Große“ genügend Platz war und deshalb auch die Tür zuging, konnte die Straßenbahn weiterfahren. Fazit: Laß Musiker vom „Ort“ (Dorf) in die Großstadt...., da kannst‘e was erleben].
Es würde zu lang, wollte man alle Episoden aufführen, aber es war ein Turnfest, wie wir es noch nicht erlebt hatten. Vor allen Dingen der Festzug. Der Schlager des Zuges war das Musikstück „Schützenliesel“ und kam beim Publikum sehr gut an.

Es wäre zu erwähnen, daß unser Zug im Jahre 1958 insgesamt 18 mal öffentlich aufgetreten ist, der Wert der Instrumente ca. 3500,- DM betrug und ein Betrag von 230,- DM in die Vereinkasse eingespielt wurde.

Auch im Jahr 1959 hatten wir Arbeit in Hülle und Fülle. Ich will nicht alle Auftritte nennen. Besonders zu erwähnen ist das Landestreffen der „Hessischen Turnerspielleute“ im benachbarten Dauborn. 3000 Besucher erlebten einen glanzvollen Kommers. Soviel mir noch bekannt ist, war auch der Bundesmusikausschuß in Dauborn anwesend. Ich kann aber mit Bestimmtheit sagen, daß dieses Landestreffen das Beste war, was bis heute [1969] gelaufen ist. Besonders hervorzuheben ist die vorbildliche Organisation und der beispielhafte Idealismus der Dauborner für die gute Sache.
1500 Spielleute waren in den Mauern von Dauborn versammelt. Wir hatten damals die Spielleute von Egelsbach in Quartier.
In der Mittelstufe der Fanfaren belegten wir damals des 2. Rang, in der Trompetenstufe den 6. Rang und in der Mittelstufe ohne Fanfaren den 4. Rang. Unser Schülerspielmannszug belegte den 2. Rang.

Das Jahr 1959 ist auch das Entstehungsjahr unserer Bläserabteilung. Nachdem wir schon zwei Flügelhörner hatten, wurde im April noch ein Tenorhorn und eine Zugposaune durch meine Familie angeschafft. Den Anstoß zur Vervollständigung unserer Gruppe gab unser verehrter Herr Pfarrer Wehler. Ihm lag es besonders am Herzen, dass die Fronleichnamsprozession durch Würgeser Bläser angeführt werden sollte. Daraufhin haben wir schnell geschaltet und im Jahre 1959 das erste Mal gespielt. Wenn auch hier und da noch ein falscher Ton zu hören war, so war man froh, dass „Einheimische“ gespielt haben.

Am 24. Mai 1959 besuchten wir das Feuerwehrfest in Walsdorf.
Das Gauturnfest 1959 fand in Löhnberg statt. Es wird vielen Spielleuten noch in Erinnerung sein. Die Quartiere wurden erst gegen 24 Uhr verteilt, aber ich glaube wir sind noch alle gut untergebracht worden. Im gleichen Jahre spielten wir zusammen mit Dauborn in Wilsenroth, anläßlich eines Vereinsjubiläums. Auch verstärkten wir die Dauborner bei der 800 Jahrfeier der Stadt Runkel.
Unser Lyra-Spieler, Walter Meffert, gefiel besonders durch exaktes und gekonntes Spiel.
Im Oktober weilten unsere Falkenbacher Freunde bei uns in der  Turnhalle, und viele Gäste wurden mit Geschenken (Alabasterfiguren) bedacht.

Am 31. Oktober 1959 fand der Landeslehrgang in Dudenhofen statt. Zwei Spielleute nahmen daran teil. Damals wurden die Märsche „Turnertreue“, „Fehrbelliner Reitermarsch“ und „Siegesboten“ eingeübt. Diese Märsche hört man heute nur noch selten.
Der nächste Lehrgang fand am 02. und 03. April 1960 in Wehrheim statt. Anläßlich dieses Lehrganges kamen wir in den Besitz eines Basses, Tenor- und Es-Hornes. Ich hatte mit Herrn Glier aus Frankfurt nach einigen Bierchen die Vereinbarung getroffen, die vorgenannten Instrumente zu liefern, ohne das die Finanzierung gesichert war. Es war ja damals nicht so leicht Instrumente anzuschaffen, wie es heute der Fall ist. Aber es ist prima über die Bühne gegangen und unser damaliger Pfarrer hat einen größeren Betrag beigesteuert. Es gab aber noch mehr Spender. Wir konnten daraufhin unsere Bläsergruppe erheblich verstärken.

Nebenbei möchte ich noch bemerken, dass im Jahre 1960 auch der Fanfarenzug Walsdorf entstanden ist und dass ich seit dieser Zeit die Ausbildung dieser Gruppe habe. Außer den herkömmlichen Auftritten erhielt das Aufziehen der Würgeser Kerb eine besondere Note. Doch lassen wir die Zeitung sprechen:
 Einen würdigen Auftakt zur Würgeser Kerb bot der Bläserchor Würges.

Nach einem Ständchen anläßlich seines 69 jährigen Geburtstages bei Herrn Dr. Jakob Müller bot der Bläserchor bei einem Umtrunk in der Gastwirtschaft Hubert Müller manche Probe seines beachtlichen Könnens. Als das Volkslied „Ein Männlein steht im Walde“ ertönte, stieg die Stimmung auf das Äußerste. Unter uns weilte unser lieber Willi Lauter mit seiner charmanten Gattin als Kerbegäste. Er nahm diesen musikalischen Gruß auch freudig auf und quittierte seine Achtung mit einer Runde für die Musik.


Zu unserer Blaskapelle sei noch folgendes gesagt:
Hier haben sich ein gutes Dutzend  junger Leute zusammengefunden, die in echter Kameradschaft und aus Freude an der Musik, sich unentgeltlich jedem Verein oder jeder Körperschaft des Ortes zur Verfügung stellen. Sie bieten dadurch schon einen schönen Rahmen jeder Veranstaltung und jeder Verantwortliche weiß, das zu schätzen. Soweit der Reporter der Zeitung. Ergänzend wäre noch zu sagen, daß die vorgenannten jungen Leute alle Mitglieder unserer Spielmannszugabteilung waren oder noch sind [1969]. Nur sind sie inzwischen fast 10 Jahre älter geworden.

Ein Höhepunkt war im Juni 1969 das 40-jährige Bestehen des RSV, bei dem wir natürlich kräftig mitwirkten. 


1960 fand in Wiesbaden das Landesturnfest statt. Es ist vielen Spielleuten noch gut in Erinnerung. Samstags trafen wir bereits in Wiesbaden ein. Wir hatten unser Quartier in der Guttenberg -Schule. Ein Marsch vom Stadion Frankfurter Straße zum Marktplatz beschloß den Abend offiziell. Inoffiziell machten wir einen Bummel durch Wiesbaden. Am Sonntag vormittag brachten wir Turnbruder Peter Schick ein Ständchen. Mittags bewegte sich dann der Festzug durch die Stadt. Die Siegerehrung wurde bei strömenden Regen vorgenommen. Als Belohnung für unser Ausharren bekamen wir eine Fahnenschleife für unsere Lyra. Das Landesturnfest in Wiesbaden stand in keinem Vergleich zu dem Landesturnfest in Offenbach. Traurig war, dass die Wiesbadener Bevölkerung keinen Anteil am Festgeschehen nahm. In Kurstädten kommt eine solche Veranstaltung scheinbar nicht an.

Am 29. Januar 1961 fand der Gauturntag in Offheim statt. Erfolg: Ernst Pfeiffer gab sein Amt als Gau-Obmann auf und der Gauturntag wählte mich zu seinem Nachfolger. Für mich und unsere Abteilung gab es nun eine Menge Arbeit. Wir waren laufend unterwegs.

Am 20. und 21.05.1961 in Elkershausen spielten wir beim Kommers den „Großen Zapfenstreich“.

Am 03.-05. Juni 1961 beteiligten wir uns am 7. Landestreffen der „Hessischen Turnspielleute“ in Dudenhofen mit wechselhaftem Erfolg. Der leidige Kampf um gute Wertungsrichter war damals schon akut. Wir bekamen zum Beispiel für den Marsch „Turner auf zum Streite“ von dem einen Wertungsrichter 36 und von dem anderen 41 Punkte. Also ein Unterschied von 5 Punkten. Wir sehen selbst was los ist. Und dieses Kapitel (Wertungsrichter) zieht sich durch alle stattgefundenen Landestreffen.


Am 10.-12. Juni 1961 waren wir in Dietkirchen zu Gast.
Am Kommersabend spielten wir folgende Musikstücke: - Fanfaren-Voran- Fehrbelliner Reitermarsch- Gruß an die Heimat- Freundschaftsklänge- Chilenisches Walzerlied (der Mond hält seine Wacht)- Schützenliesel-Polka Die beiden letzten Musikstücke waren einmal unsere „Reißer“. Von den genannten Musikstücken wird heute keines mehr gespielt [1969]. Es ist eigentlich schade.

Aktiv beteiligt waren wir in Niederbrechen (Gauturnfest). Und am 08. Oktober 1961 in Idstein (Idsteiner Kerb). Dieser Umzug ist Euch bestimmt noch in guter Erinnerung [1969]. Damals führte unser guter Willi Schuber den Spielmannszug durch die Straßen von Idstein.

Ich habe nur die wichtigsten Auftritte herausgegriffen und die jährlich widerkehrenden Einsätze wie Volkstrauertag etc. sind in meinem Bericht nicht erwähnt.


Es war ein feierlicher Augenblick als im Juli 1961 Bürgermeister Keller in Anwesenheit prominenter Gäste die Metallkapsel mit Urkunde bei der Grundsteinlegung der neuen Schule in die Mauer versenkte. Bei dieser feierlichen Handlung wirkte auch unsere Bläsergruppe mit. Im Regen marschierten wir dann zum gemütlichen Umtrunk ins Gasthaus Josef Dies [Kutscherhonnesse Josep, heute der Laden der Bäckerei Schäfer, B8] 
Das Jahr 1962 war mit Ereignissen von großer Bedeutung angefüllt. Neben den allgemeinen und zum Teil immer wiederkehrenden Einsätzen wären die Tage vom 07.-09. Juli 1962 zu erwähnen. Der MGV Eintracht feierte sein 110 jähriges Bestehen. Wir verschönerten den Kommers mit unseren Musikvorträgen, wobei nicht vergessen sei, dass auch unsere Turner am Barren und mit Bodenübungen viel Beifall ernteten. Am Festsonntag spielten wir im Festzug und es ist auch erwähnenswert, daß sich unsere Freunde vom Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Walsdorf kostenlos am Festzug beteiligten.

Beim Gauturnfest in Elz spielten wir Samstags und Sonntags mit Niederbrechen zusammen. 
Unter dem Motto „Würges will ein schulfreudiges Dorf bleiben“ wurde am
27. Oktober 1962 in einer würdigen Feierstunde die neue Schule neben dem Sportgelände eingeweiht. Neben unserer Bläsergruppe wirkte auch noch der MGV Eintracht mit. Nach der Einweihung und dem üblichen Rundgang durch die Schule versammelten sich die prominenten Gäste (Regierungspräsident, Landrat usw.) zu einem Umtrunk im Gasthaus bei Hubert Müller. Wir Musiker sagten uns, ob geladen oder nicht, gegen Bezahlung können wir auch trinken. Und dieses Einkehren bei Hubert Müller hatte sich gelohnt. Bei einem Gespräch mit unserem damaligen Landrat, E. Jäger, konnte ich denselben überzeugen, daß gerade hier in Würges in kultureller Hinsicht viel geleistet und von den Idealisten privat viel Geld investiert wird. Diese Aussprache führte zu dem Ergebnis, daß der Bläsergruppe zur Beschaffung von Noten etc. ein Betrag von 250 DM später überwiesen wurde. Das ist mit Wissen die einzige finanzielle Unterstützung gewesen, die unser Spielmannszug bis dato [1969] bekommen hat. Trotzdem haben wir uns alle riesig gefreut und unserem damaligen Landrat herzlich gedankt.

Unsere Jungbläsergruppe macht Fortschritte: Jeden Dienstag Abend um 19:30 Uhr treffen sich unsere Nachwuchsbläser zu einer Übungsstunde im Gasthaus „Zur Krone“. Nach einer kurzen Besprechung werden die neuen Musikstücke Teil für Teil einstudiert. Dadurch haben wir schon große Fortschritte erzielt. Wir haben den Vorteil, dass das betreffende neue Musikstück bei den Nachwuchsbläsern schon vorgeübt ist. Aus diesem Grunde kommen wir in einer gemeinsamen Probe schneller vorwärts. Wir wollen hoffen, daß diese Gruppe zusammenbleibt und nicht durch eventuelle Ausfälle geschwächt wird.

Kerb in Würges:
Am 18., 19. und 20. Oktober wurde in Würges die Kerb 1969 gefeiert. Wie in den vergangen Jahren üblich, war auch dieses Jahr die Bläsergruppe des Spielmannszuges mit von der Partie. Wir spielten auch in diesem Jahr wieder im Auftrag der Kerbeburschen. Kerbevadder 1969 war Wolfgang Keller. Um 19:30 Uhr begann der Umzug. Alle Bläser hatten sich im Eigenbau eine kleine Beleuchtungsanlage an ihr Instrument gebaut. Damit auch bei Dunkelheit das Blasen der neuen Musikstücke gewährleistet war. Es sah aus wie ein kleiner Fackelzug. Zunächst ging es durch die Obergasse [heute Schulstraße von B8 bis Bachbrücke] zur Wohnung des Bürgermeisters [im Walsdorfer Weg]. Hier brachten wir ein kleines Ständchen und die Kerbeburschen überreichten ein kleines Geschenk.
Inzwischen waren aber die Kehlen so trocken geworden, daß im Gasthaus Hubertus [heute Vincenzo] zunächst einmal Station gemacht wurde. Bier und Wein schmeckten an diesem Abend vorzüglich. Nachdem hier ein munterer Schlager gespielt wurde, ging es weiter zur nächsten Station.
Wir gelangten weiter zum Gasthaus Thies [Sollersch Ecke Gartenstraße / Alte Straße]. Weiter ging es dann mit klingendem Spiel zum Gasthaus Schäfer. Unser nächstes Ziel war das Gasthaus „Zur steilen Wand“ [Auf der B8]. Als eine nette Geste ist es zu bewerten, dass die Inhaberin, Frau Katharina Meuth [Steile-Wands-Kätt], der Bläsergruppe eine Runde spendierte.
Langsam machte sich nun auch der Alkohol bei den Spielleuten bemerkbar ohne aber direkt eine Auswirkung auf das Spiel zu haben. Den Abschluss bildete der Besuch im Gasthaus „Zum Schwarzen Ross“. Nach dem Spiel eines weiteren Musikstückes, zur Unterhaltung der Gäste, war unser erster Auftritt - der Kerb 1969 - beendet.


Am Sonntag traf man sich um 14:30 Uhr zum traditionellen Umzug im Gasthaus „Zur Krone“ [Wiernz; Ecke B8 / Alsdorfer Straße].
Schade, daß unser Mitglied, Helmut Becker, der sich schon am Vorabend nicht wohl gefühlt hatte, das Bett hüten mußte. Dieser Umzug war nicht so anstrengend wie der Umzug am Vorabend, denn diesmal waren die Stationen nicht so zahlreich. Eine unserer Aufgabe war unserem Pfarrer Preuß zu begrüßen. Herr Pfarrer Preuß war sehr beeindruckt und sagte: Ich freue mich immer sehr, eine fröhliche Jugend zu sehen!“ Nächste Station war in diesem Jahr ein kleines Ständchen beim Ehrenvorsitzenden Peter-Josef Löw. Mit diesem Ständchen an jeder Kerb will die Bläsergruppe im Namen des Spielmannszug die Leistung und Verdienste von Herrn Peter-Josef Löw für den Verein herausstellen und würdigen. Den Abschluss bildete diesmal das Gasthaus „Zur steilen Wand“. Hier wurde mit einem kleinen Umtrunk der Abschluss unseres Auftrittes, der Kerb 1969, gefeiert. Wir wollen nur hoffen, daß wir auch im nächsten Jahr unsere Kerb durch unser Spiel auflockern dürfen. 

Am 01.01.1969 wurde im Gasthaus „Zur Krone“ unsere Abteilungszeitung „Der Spielmann“ aus der Taufe gehoben.

Viel Mühe und Arbeit hatten die Vorarbeiten gefordert. Endlich war es soweit und die 1. Ausgabe konnte gedruckt werden. Deshalb sei an dieser Stelle den Männern um Paul Boche noch einmal recht herzlich gedankt.


Teilnahme der Bläsergruppe am Haarezug

 

(geschrieben Erhard Zeiger 1970)

Es ist wohl nicht zu leugnen, daß die Teilnahme und Begeisterung am Haarezug jedes Jahr geringer wird. Nur Idealisten nehmen noch an diesem Zug Teil, oder sind sogar bereit einen Wagen zu fertigen. Wie aber steht es nun mit der Bläsergruppe des TV 1904 Würges Abteilung Spielmannszug? Fastnachts Sonntag und Montag ist noch jeder bereit und versichert, er sei am Dienstag da und stehe zur Verfügung. Nach diesen Zusagen wird dann auch beschlossen, die Bläser wirken beim Zug mit.
Was ist aber dann am Dienstag dann auf einmal los? Treffpunkt sollte um 14:00 Uhr, Neue Straße, Ecke B8 sein. Alles wartete auf die Kapelle. Bis die Gruppe aber einigermaßen spielfähig war, verging noch eine geraume Zeit. Es spiegelte sich fast das selbe Bild, wie es Woche für Woche in den Übungsstunden ist. Derjenige, der rechtzeitig da ist, ist der Leidtragende, da er auf die Nachzügler warten muss. Kein Zweifel, dass dadurch so mancher Spielmann die Lust verliert und auch mit der Zeit nachlässig wird. Bei manchen sollte man es an diesem Tag zwar noch entschuldigen, da er vielleicht noch morgens am Arbeitsplatz oder ganz einfach - weil Fastnacht  war. Aber bei den Übungsstunden ist es bei den wenigsten zu entschuldigen. So ist es nicht als normal zu bezeichnen, wenn ein Teil die Übungsstunde schon um 20:00 Uhr, ein anderer Teil um 20:30 Uhr und der Rest gegen 21:00 Uhr beginnt. Es sollte doch jeder Vorbild für unsere Schülergruppe sein. Warum immer nur zuhause den Moralmenschen spielen und für eine strenge Erziehung sorgen? Mit etwas gutem Willen könnte es auch bei „Dir“ gehen. Was aber war nun noch mit denjenigen, die zugesagt, aber als es galt, nicht da waren? Wenn ich nicht kann, sage ich es gleich. Zumal in diesem Fall die Entscheidung, ob wir spielen oder nicht, erst am Tag vorher fiel. Wenn es jeder so machen würde, könnte unsere Gemeinschaft nicht bestehen und der Erfolg bliebe wohl mit der Zeit aus. Deshalb denke doch jeder daran, das Beste für die Gemeinschaft zu wollen und durch seinen guten Willen ein Vorbild zu sein und andere mitzuziehen. Der Zug lief dann doch einigermaßen glatt über die Bühne und es entwickelte sich mit der Zeit eine gute Stimmung und Kameradschaft in der Bläsergruppe. Mit fröhlichen Märschen und Stimmungsliedern erfreute die Kapelle Alt und Jung.

 

Die Kälte macht uns zu schaffen

(Von Ehrenstabführer Felix Hartmann sen.)

Man soll es nicht glauben, aber die Kälte stört unseren Übungsbetrieb. Wir müssen feststellen, daß es im Saal unseres Übungslokals bei manchen zu kalt ist. Kein Wunder, wenn man fast zwei Stunden auf seinem Platz sitzen muß. Aber überlegt doch einmal selbst, wie dem Abzustellen ist.

 

Hochzeit in Elz

(Von Ehrenstabführer Felix Hartmann sen.)


Am Samstag, den 14.02.1970 waren wir in Elz, um bei der Trauung unseres Kameraden, Anton Meuth, aktiv mitzuwirken. Ich glaube es ist einmalig in der Geschichte unseres Spielmannszuges, daß um 14:00 Uhr alle Spielleute vollzählig anwesend waren. Ich bin der Meinung, daß es immer so sein müßte. Entsprechend war ja auch die Leistung beim Spiel während der Trauung und bei dem nachfolgenden Ständchen im Hof der Gastwirtschaft Kunz. Die zahlreichen Musikstücke kamen bei den Zuhörern gut an und reicher Beifall belohnte unsere Leistungen.

Bei kommenden ähnlichen Angelegenheiten wäre die Benutzung eines Busses vorteilhafter, statt die Fahrt mit unseren PKW. Ihr wißt ja, in punkto Alkohol, ist die Versuchung groß und die daraus eventuell entstehenden Schäden sind durchaus durch die Benutzung eines Busses zu vermeiden.

Übungsstunde in Walsdorf
(Felix Hartmann, jun.)

Am 10.05.1970 fand unsere diesjährige Sonntagsübungsstunde in Walsdorf.

Im dortigen Dorfgemeinschaftshaus waren wir sehr gut untergebracht und konnten ungestört unsere Übungsstunden abhalten. Der Hausmeister sorgte für das Essen und unser Kamerad, Anton Meuth, brachte durch die Spende von einem Faß Bier den Laden in Schwung. Pünktlich um 09:15 Uhr begann man mit der Übungsstunde. Zunächst wurde getrennt geübt. Bis auf einige Schwierigkeiten in der Harmonie und besonders bei der Rhythmusgruppe konnte man zufrieden sein. Nach dem Mittagessen ging es weiter, ehe die Übungsstunde gegen 14 Uhr beendet wurde.

 

Familienabend der Abt. Spielmannszug des TV 1904 Würges

(Felix Hartmann jun.)

 

In diesem Jahr war es am 21. November soweit. Familienabend des Spielmannszuges. Einer der Höhepunkte des Spielmannszugjahres und Gelegenheit im Kreise der Angehörigen, Freunde und Gönner einige frohe Stunden zu verleben. Den Auftakt bildete ein Reh-Essen.

Rehragout nach Jägerart und Klöße nach Gutsherren-Art, stand auf dem Speiseplan. Das Reh, genauer gesagt der Rehbock und ein Reh, wurden von Manfred Munsch und H. J. Löw zur Verfügung gestellt und von Dina und Oswald Becker [Dick Diena und Enne Oswald] zubereitet. Es mundete allen vortrefflich und im Anschluß an das Essen bedankte sich Felix Hartmann sen. bei denen, die es ermöglicht hatten, dieses Reh-Essen durchzuführen.

Für die musikalische Unterhaltung an diesem Abend sorgten die VERMONA‘s und dazwischen verstand es Felix Hartmann sen. immer wieder; teils durch einen Witz, ein Lied oder einen Gedichtvortrag, unterstützt von seiner Tochter und musikalisch begleitet von Vereinswirt Peter Müller, die Stimmung noch zu heben. Selbstverständlich sorgten auch noch andere Mitglieder des Vereins durch gekonnte Liedvorträge für die Unterhaltung.

Zu erwähnen ist hier vielleicht das Lied vom „Parablü“ und von „Maier, Lehmann und ach Ich“.

Zwischendurch wurde getanzt und gesungen und sehr sehr spät konnten sich einige Mitglieder vom Vereinslokal trennen. Alles in Allem kann gesagt werden, daß dieser Familienabend als gelungen bezeichnet werden kann und dazu beigetragen hat, die Freundschaft und Kameradschaft zu fördern.

 



Liebe Spielleute!

(Felix Hartmann jun.)

 

Da wir vor kurzer Zeit in der Übungsstunde beschlossen haben, daß wir alle 14 Tage eine getrennte Übungsstunde halten wollen, muss man davon ausgehen, daß es eine Selbstverständlichkeit ist, diese Übungsstunden auch zu besuchen. Natürlich hat es keinen Zweck, wenn bei den Flügelhörnern und Trompetern nur zwei Spielleute anwesend sind, obwohl fünf Spielleute zu dieser Besetzung gehören. Auch bei den anderen Instrumentengruppen wird es nicht anders sein. Die getrennten Übungsstunden sollen doch den Zweck der Instrumentalschulung dienen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, daß sich jeder Gedanken über dieses Thema macht. Oder soll es so weitergehen???

 

Am Karfreitag traf sich der Musikausschuß zu einer wichtigen Sitzung.

Es waren viele Themen zu behandeln.

Folgende Tagsordnung wurde durchgesprochen:

 

1. Übungsarbeit

2. Veranstaltungen

3. Jugendarbeit

4. Uniformen

5. Verschiedenes

 

An dieser Stelle soll nun berichtet werden, was zu den einzelnen Punkten beschlossen wurde.

 

Zu 1. Wie wir alle wissen ist die Übungsarbeit das Wichtigste für unsere Abteilung. Ohne die notwendige Übung können wir nichts erreichen. Aus diesem Grunde wurden zu diesem Punkt viele Vorschläge gemacht und viel diskutiert. Wir wissen alle, daß es so wie bisher nicht weitergehen kann. Bleiben wir einmal bei den jetzigen Übungsstunden. Wie sieht es mit der Beteiligung und wie sieht es mit der Pünktlichkeit aus. Ich glaube, daß über diesen Punkt schon sehr viel geschrieben wurde und aus diesem Grunde will ich hier an dieser Stelle nichts davon erwähnen. Ich überlasse es jedem, sich seine eigene Meinung zu bilden. Sollte es aber in Zukunft so bleiben, dann kann sich unsere Abteilung ab 1972 nach einem neuen Stabführer umsehen, denn umsonst mache ich den Weg von Walsdorf nach Würges nicht.  Um die Übungsarbeit und die Übungszeit etwas besser auszunutzen, wurde folgende Vereinbarung getroffen. Man war der Meinung, die Gruppenübungsstunde einzuführen. Diese würde folgendermaßen aussehen:

 

Unsere Abteilung wird in 4 Gruppen eingeteilt:

1. Gruppe: Flügelhörner, Trompeten, Klarinetten und Saxophon

2. Gruppe: Tenorhörner und Es-Hörner

3. Gruppe: Übrige Harmoniebesetzung (Bass, Posaunen usw.)

4. Gruppe: Rhythmusgruppe (Trommel, Schlagzeug)

 

Als Ausbilder werden folgende Personen eingesetzt:

Gruppe 1: Felix Hartmann jun.

Gruppe 2: Heribert Müller

Gruppe 3: Felix Hartmann sen.

Gruppe 4: Werner Hartmann

 

Zunächst soll der Freitag für gemeinsame Proben beibehalten werden. Lediglich die Fanfaren werden jeden Freitag bis auf weiteres getrennt üben und zwar in der Turnhalle. Jeden 1. Freitag im Monat werden die Fanfarenbläser an der gemeinsamen Übungsstunde teilnehmen. Als weiterer Übungstag kommt der Dienstag in Frage. An diesem Wochentag sollen die Gruppenübungsstunden stattfinden.

Die Einteilung hierzu ist wie folgt vorgesehen:

Gruppe 1: In der neuen Schule

Gruppe 2: In der alten Schule

Gruppe 3: Im Gasthaus „Zur Krone“

Gruppe 4: In der alten Schule (Nur jeden 1. und 3. Dienstag im Monat)

 

Der Gruppe 4 wird als Hilfsmittel unser eigenes Tonbandgerät zur Verfügung gestellt. Unter dem Punkt Übungsarbeit kam auch das Thema Umschulung auf den Tisch. Es wurde festgestellt, daß etwa 18-20 Mitglieder umgeschult werden müssen. Dies sind besonders die Mitglieder der früheren Schülerabteilung und die Fanfarenbläser.

Als Ausbilder werden hier noch Hildegard Munsch und Hermann J. Löw eingesetzt werden. Der Beginn dieser Übungsstunden richtet sich ganz besonders nach den Bestellungen der Instrumente, jedoch spätestens ab Mai 1971.

 

Zu 2. Folgende Veranstaltungen müssen von uns besucht werden, da wir fest zugesagt haben.

31.05.1971                    Frühschoppen Wallrabenstein

10.06.1971                    Fronleichnam (Bläsergruppe)

12.06.1971                    Festkommers Oberselters

20.06.1971                    Gaukinderturnfest in Villmar

10. u. 11.07.1971           Sommerfest in Würges

 

Ganz besonderen Wert müssen wir auf das Sommerfest in Würges legen. Zumal als Veranstalter unser Verein in Erscheinung tritt. Mit der Planung des Programms wurde begonnen. Doch will man zunächst noch einmal die kommende Festausschußbesprechung abwarten. Gleichzeitig wurde der 06. November 1971 als Termin für ein Konzert festgelegt. Ferner will man in diesem Jahr wieder einmal etwas für unsere Familien tun. Es soll an einem Sonntag ein kleiner Spaziergang in den Würgeser Wald unternommen werden. Vorher will man aber an geeigneter Stelle für die nötigen Getränke und die nötige Bestuhlung sorgen.

 

Zu 3. Die Jugendarbeit machte uns in letzter Zeit etwas Sorgen. In der vergangen Zeit mußten viele Übungsstunden ausfallen, da keine Übungsleiter vorhanden waren. Nach den Erklärungen von Jugendwart Eberhard Becker, soll es damit nun endgültig vorbei sein. Auch konnte man mit befrieden feststellen, daß es unserem Jugendwart nach seiner Entlassung von der Bundeswehr wieder etwas besser geht. Rita Hartmann wird ihm in Zukunft bei seiner Arbeit helfen. Aus diesem Grunde will man doch in diesem Jahr versuchen einen Jugend- und Schülerspielmannszug ins Leben zu rufen. Es ist sehr wichtig für uns, daß wir uns um unseren Nachwuchs kümmern, denn eines Tages wird es sich auszahlen.

 

Zu 4. Die Uniformfrage wurde wegen er zu hohen Kosten zurückgestellt. Es wurde lediglich empfohlen, daß sich die einzelnen Spielleute weiße Pullis anschaffen sollen.

 

Zu 5. Zum Punkt Verschiedenes wurden noch einige Themen angeschnitten. So zum Beispiel das Notenproblem. Es wurde beschlossen für jedes Instrument eine Mappe in Konzert- und Marschformat anzuschaffen, damit die einzelnen Noten für jedes Instrument zusammengefaßt sind und das Verteilen der Noten aufhört. Dieses waren die wichtigsten Ereignisse dieser Sitzung und jedes Mitglied sollte doch kräftig mitarbeiten und diese Vorschläge unterstützen.

 

Liebe Spielleute,

 

nun ist es an der Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen. Was brachte uns die neue Übungsstundeneinteilung?

Ein altes Sprichwort sagt: Neue Besen kehren gut. Ich glaube, so ist es auch mit uns. Wie ich in der letzten Zeit festgestellt habe, hat die neue Übungsstundeneinteilung allgemein Anklang bei unseren Mitgliedern gefunden. Von der Beteiligung aus gesehen, sind diese Übungsstunden doch fast immer vollständig besucht. So müßte es  nicht nur am Anfang sein, sondern es müßte immer so weiter gehen. Denn diese Übungsstunden werden eines Tages Früchte tragen. Auch macht es mir Spaß, daß sich die Spielleute bereit erklärt haben, mir bei der Übungsarbeit zu helfen. Aus diesem Grunde möchte ich mich an dieser Stelle bei Hildegard Munsch, Werner Hartmann, Heribert Müller, Hermann-Josef Löw und Felix Hartmann sen. recht herzlich bedanken. So muss es sein, so müßte es bleiben. Wenn zu dieser Arbeit noch die Unterstützung der Spielleute hinzukommt, kann nichts mehr schief gehen. Ich glaube, wenn wir gemeinsam die Probleme in Angriff nehmen, muß es gelingen, die gesteckten Ziele zu erreichen.

 

In eigener Sache

(Felix Hartmann jun.)

 

Ein ganz besonderes Problem soll hier einmal angesprochen werden. Es sind einmal die Terminliste und das Problem unserer Auftritte. In Zukunft werden wir in jeder Notenmappe eine Terminliste einheften. In diese Terminliste werden alle Termine eingetragen. Es soll damit erreicht werden, daß in Zukunft jedes Mitglied über die Termine informiert ist. Ein weiteres Problem macht mir ganz besonders Sorgen. Wir wissen alle, daß wir im Verhältnis unserer Mitglieder ein kleiner Musikzug sind. Zudem sind wir in den einzelnen Stimmen noch nicht einmal stark besetzt. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, daß wir bei unseren Auftritten vollzählig erscheinen. Es kann und darf nicht so weitergehen, daß Mitglieder kurz vor dem Termin Absagen erteilen, nur weil sie etwas anderes vorhaben. Wenn das jeder macht, was sich bis jetzt nur einzelne erlauben, ist es fast nicht mehr möglich, eine vernünftige Terminplanung durchzuführen.